Approximation Festival | Alex Somers & Guests

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Datum

Di. 16. November 2021

Zeit

19:30

Kosten

35€ | €rm. 29€
World Premiere Evening w/Robert Ames & Orchestra

Composer in Residence 2021 | Er drängt sich nicht in die vorderste Reihe. Alex Somers arbeitet vielmehr still und oftmals mannschaftsdienlich. Die „Mannschaft“, in jener Analogie aus der Sprache des Sports, ist die isländische Band Sigur Rós, für welche der US Amerikaner produzierte und Cover gestaltete, nachdem er Sigur Rós‘ Leadsänger Jónsi, mit dem er in Boston zusammenwohnte, in dessen isländische Heimat begleitete. Als Jónsi & Alex veröffentlichten die beiden 2009 das Album „Riceboy Sleeps“ dessen ungeglättete Traumsphären mal minimalistisch, mal nahezu orchestral Somers Talent offenbarten, innere Zustände zu illustrieren. Neben seiner weiteren, intensiven Zusammenarbeit mit Jónsi, begann Somers sich als Filmmusikkomponist einen Namen zu machen. Der Nachhall schwingender Saiten, mal sanft, mal brüsk kreisende Loops – vieles in Alex Somers Musik verbindet ihn mit den Klangästhetiken, die das Approximation Festival über die Jahre prägen. So lag es nahe, ihn als ersten „Composer in Residence“ einzuladen, um Musik für das Festival zu kreieren. Die von Alex Somers und Jónsi komponierten neuen Werke reflektieren natürlich auch die Verluste und Einsamkeit der vergangenen Monate, ihre Texte erzählen dazu in einer eigens erdachten Sprache, welche die beiden Komponisten „Volenska“ nennen, auf deutsch: „Hoffnungsländisch“.  – Könnte man sich eine schönere Perspektive vorstellen? Wenn Alex Somers in diesem Jahr gerade nicht an seinem Werk für Approximation arbeitete, veröffentlichte er Soloalben und Filmmusiken oder saß als Musikalischer Direktor am Schneidetisch neben Bob Dylan, um dessen Konzertfilm „Shadow Kingdom“ zu vollenden, der diesen Sommer für genau zwei Tage zu sehen war, bevor er wieder verschwand. Vielleicht passt dies auch ganz gut als Allegorie auf das Schaffen eines „Composers in Residence“, der sein Schattenkönigreich für den einen Moment errichtet, den wir Gäste miterleben dürfen. Alex Somers wird von einem Ensemble samt Chor begleitet, es dirigiert Rob Ames, Gründer des London Contemporary Orchestras.


Dirigent | 2019 wurde Robert Ames im Alter von 33 Jahren als jüngster Dirigent für den britischen Royal Philharmonic Award nominiert. Ames Interesse fokussiert das Aktuelle, ob es sich um avancierte Popmusik handelt, oder die Werke junger, experimenteller Komponisten. Auch um deren Werke zur Aufführung zu bringen, ist Ames 2008 Mitbegründer des London Contemporary Orchestra. Mit dem Orchester war er seitdem an vielen Aufnahmen und Konzerten von Radiohead, Actress, Owen Pallett und vielen mehr beteiligt. Zugleich arbeitete er mit Kompositionsgrößen wie Steve Reich, Terry Riley oder Philip Glass. Damit nicht genug! 2021 veröffentlichte er sein ersten Solo-Album ‘Change Ringing’ bei dem Berliner Label Modern Recordings /BMG, dessen weite Klangsphären zwischen Spätromantik, Minimal und Ambient Electronic vermitteln. Wen wundert es da noch, dass Ames bereits bei diversen Filmmusiken mitwirkte. In diesem Zusammenhang arbeitete er erst kürzlich mit Alex Somers und Jónsi zusammen, derweil er für Jónsi bereits Live Shows orchestrierte und dirigierte. Somit bilden die Drei ein kongeniales Team – die beste Voraussetzung, für die überzeugende Auff ührung eines neuen Werks.

Robert-Ames


Aroura – nach griechischen Quellen eine alte ägyptische Maßeinheit, wird das klangvolle Wort in einer Komposition von Iannis Xenakis zum Synonym für Erde oder mit dem angefügten „Pi“ vielleicht gar zu der Erde. Ein schöner und mutiger Name für ein Ensemble und wie passend, wo Giorgi Shekiladze und seine Mitmusiker und Musikerinnen sich der zeitgenössischen Musik widmen. Im Fokus der Arbeit des jungen Ensembles steht die Beschäftigung mit experimentellen Klängen und neuen Formen der Aufführungspraxis. Nicht ganz zufällig erscheinen sie wie gemacht, für das Approximation Festival. Tatsächlich sind Aroura Nr. π dem Festival, wie auch seinem ursprünglichen Aufführungsort Salon des Amateurs eng verbunden. Wir werden von Aroura Nr. π, ob in kleiner oder großer Besetzung, ob im Konzerthaus, Salon oder wo wir sie gar nicht vermuten, noch viel hören – viel Gutes, im Dienste jener mutigen und fordernden Musik, die es ansonsten schwer hat, adäquat aufgeführt zu werden. Für die Aufführungen der Kompositionen von Alex Somers und Jónsi wird Aroura Nr. π durch einen Chor ergänzt. Er besteht aus Mitgliedern des VokalOrchester NRW, ein Zusammenschluss von 13 meist im Jazz geschulten Solisten, welches sich als „experimentelles Stimmenkollektiv“ versteht. Derart erforscht es nicht allein die Grenzen des Gesangs, sondern entsagt sich jeglicher stilistischer Zuordnung. Vom Big-Band-Swing, über, an den Stil der Pioniere Lambert, Hendricks & Ross erinnernde Jazz-Improvisationen, bis hin zu Lautmalereien und Stimmexperimenten der Avantgarde und darüber hinaus, reicht das künstlerische Spektrum.


Approximation | Ein Festival auf der Suche nach Grenzen

Die Idee für das Approximation Festival entstand aus der Motivation heraus, Musikerinnen und Musiker, Komponistinnen und Komponisten in einem Projekt zu vereinen, das Grenzgänge auf dem Klavier wagt. Das Festival möchte versuchen, sich diesem so vielseitigen Instrument auf eine neue, innovative Weise und auf der Basis verschiedenster Kontexte oder Stile anzunähern (approximate).
Das Approximation Festival wurde 2005 im Salon des Amateurs in der Kunsthalle Düsseldorf von Volker Bertelmann (HAUSCHKA) und Aron Mehzion aus der Taufe gehoben. Lag zur Gründung von Approximation der Schwerpunkt noch auf der Schnittstelle von Klavier und elektronischer Musik, eröffneten sich bald Verbindungen zu anderen Formen der experimentellen und Neuen Musik. In den folgenden Jahren erweiterte sich der Ansatz von Approximation hin zu einem grenzüberschreitenden Festival en miniature, das mit seinen kontrastreichen Konzerten Extreme suchte und präsentierte. Die Konzerte zielten dabei nicht nur auf ein „klassisch“ zu nennendes Publikum, sondern begeisterten auch eine eher im Bereich von Avantgarde, Neuer Musik, Jazz, Lounge, Pop und Experiment beheimatete Hörer-Klientel: ein Versuch, neue Horizonte im Bereich der Publikumswirkung von Musik ins Visier zu nehmen.

Erfahrungswelten und die Magie kreisender Loops
Das Approximation Festival versteht sich zugleich als eine experimentelle Plattform, die Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Generationen, Nationen und Szenen zusammenführt, als ein Forum für die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Piano und Keyboards, aber auch mit ander Instrumenten, Stimmen, Performance und Aufführungspraxen. Die Konzentration von überaus vielfältigen Genres im Rahmen dieses Mini-Festivals bietet allen Beteiligten – Musikerinnen und Musikern wie auch dem Publikum – außergewöhnliche Konzerterlebnisse und einen Angriff auf eingeübte Hörgewohnheiten. Den eigeladenen Künstlerinnen und Künstler, aber auch Studierenden und interessierten Laien eröffnen sich Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Musikerinnen und Musikern, Komponistinnen und Komponisten aus völlig anderen Genres oder Kontexten.
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TICKETS

*Fotos: Veranstalter*in


tanzhaus nrw

Location

tanzhaus nrw
Erkrather Straße 30, 40233 Düsseldorf
Website
http://www.tanzhaus-nrw.de

Veranstalter

Verein zur Förderung des Approximation Festival eV
Website
https://approximation-festival.de
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