Approximation Festival | TAL

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Datum

Fr. 19. November 2021

Zeit

21:00

Kosten

18€ | €rm. 12€
freistehende Wege, nahes Signal | Ein Abend kuratiert von Stefan Schneider

Stefan Schneider ist keine Eule und Düsseldorf nicht Athen, doch nach seinen vielfältigen musikalischen Tätigkeiten, ob in den Bands Kreidler und To Rococo Rot, Solo als Mapstation, sowie mit seinem Schaffen an den Berührungspunkten von Kunst und Musik oder Theater und Musik, scheint eine Vorstellung seiner Person nahezu obsolet. Vor allem aber mag er sich nicht im Mittelpunkt dieses, vom ihm kuratierten Abends sehen, sondern sein Label TAL, welches er seit 2016 betreibt. TAL ist als als Projekt angelegt; Künstlergespräche, Begegnung, Archivierung übersehener Musik und thematische Abende, wie diesen im Rahmen des Approximation Festivals, umfassend.


SO SNER verdankt seine Existenz einem Konzert des Approximation Festivals. Dort erlebte Stefan Schneider im Jahr 2015 Susanna Gartmayers facettenreiches und expressives Bassklarinettenspiel und fragte sogleich eine Zusammenarbeit an. SO SNERs im kommenden Frühling erscheinendes Debüt-Album vermag einem das Wagnis und Experiment in frühen Duke Ellington Aufnahmen wieder verständlich zu machen. Nein, sie spielen keinen Swing, nicht mal Jazz, aber im Duett mit den immer wieder auf afrikanische Rhythmen verweisenden Sounds der elektronischen Gerätschaften, schafft die Bassklarinette jene Erfahrung des Neuen. So knüpfen SO SNER an die frühe Avantgarde an, wie auch an manch nie zu Ende gebrachten Experimente der späten Avantgarde Mitte der 80er.


MIKI YUI sammelte auf ihren weiten Reisen mannigfaltige Klänge der Welt; Klänge, die in ihrer Musik aufleben, oftmals ohne dabei ihre Ursprünge preiszugeben. Es ist eine erzählerische, sehr poetische Musik jenseits der Grenzen des Gewohnten. YUI musizierte mit der Neu!-Legende Klaus Dinger, dessen Archiv sie nun mitverwaltet. In diesem Jahr erschien auf TAL eine Zusammenarbeit von ihr und Asmus Tietchens. Innere Ruhe und tastende Vorsichtigkeit gestalten stets ihre Musik, doch harmlos oder gar beiläufig wirkt sie nie, vielmehr wie die nächtliche Fahrt in eine unbekannte Welt.


DJ KOHLRABI (TEAM POMMES) hat ein besonderes Ohr für die Fragilität subtiler Geräusch- und Bilder-Welten. Nicht ohne Humor collagiert sie faszinierendes Material zwischen Klangreise, Performance und Tanzfläche. Sie studierte Kunst in München und machte sich als VJ im Harry Klein Club einen Namen, was ihr Einladungen auf der ganzen Welt einbrachte. Sie selbst nennt „exotischer schmetterlingpunk & soziale gesangsstimme“ als ihre Domänen und warum sollte das Approximation Festival an einem Freitagabend im Salon des Amateurs auf eine berechenbar gewöhnliche Weise ausklingen? – Das machte doch keinen Sinn.


Approximation | Ein Festival auf der Suche nach Grenzen

Die Idee für das Approximation Festival entstand aus der Motivation heraus, Musikerinnen und Musiker, Komponistinnen und Komponisten in einem Projekt zu vereinen, das Grenzgänge auf dem Klavier wagt. Das Festival möchte versuchen, sich diesem so vielseitigen Instrument auf eine neue, innovative Weise und auf der Basis verschiedenster Kontexte oder Stile anzunähern (approximate).
Das Approximation Festival wurde 2005 im Salon des Amateurs in der Kunsthalle Düsseldorf von Volker Bertelmann (HAUSCHKA) und Aron Mehzion aus der Taufe gehoben. Lag zur Gründung von Approximation der Schwerpunkt noch auf der Schnittstelle von Klavier und elektronischer Musik, eröffneten sich bald Verbindungen zu anderen Formen der experimentellen und Neuen Musik. In den folgenden Jahren erweiterte sich der Ansatz von Approximation hin zu einem grenzüberschreitenden Festival en miniature, das mit seinen kontrastreichen Konzerten Extreme suchte und präsentierte. Die Konzerte zielten dabei nicht nur auf ein „klassisch“ zu nennendes Publikum, sondern begeisterten auch eine eher im Bereich von Avantgarde, Neuer Musik, Jazz, Lounge, Pop und Experiment beheimatete Hörer-Klientel: ein Versuch, neue Horizonte im Bereich der Publikumswirkung von Musik ins Visier zu nehmen.

Erfahrungswelten und die Magie kreisender Loops
Das Approximation Festival versteht sich zugleich als eine experimentelle Plattform, die Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Generationen, Nationen und Szenen zusammenführt, als ein Forum für die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Piano und Keyboards, aber auch mit ander Instrumenten, Stimmen, Performance und Aufführungspraxen. Die Konzentration von überaus vielfältigen Genres im Rahmen dieses Mini-Festivals bietet allen Beteiligten – Musikerinnen und Musikern wie auch dem Publikum – außergewöhnliche Konzerterlebnisse und einen Angriff auf eingeübte Hörgewohnheiten. Den eigeladenen Künstlerinnen und Künstler, aber auch Studierenden und interessierten Laien eröffnen sich Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Musikerinnen und Musikern, Komponistinnen und Komponisten aus völlig anderen Genres oder Kontexten.
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TICKETS

*Fotos: Veranstalter*in


Salon des Amateurs

Location

Salon des Amateurs
Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf
Website
http://www.salondesamateurs.de

Veranstalter

Verein zur Förderung des Approximation Festival eV
Website
https://approximation-festival.de
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