Unsere Comedy-Lieblinge: fünf sehr persönliche Empfehlungen

Persönliche Auswahl · Comedy

Unsere Comedy-Lieblinge. Sehr subjektiv. Vollkommen unabhängig.

Fünf Menschen, bei denen wir genauer hinhören, lauter lachen und manchmal noch auf dem Heimweg über einen Satz nachdenken: Till Reiners, Moritz Neumeier, Torsten Sträter, Nikita Miller und Ana Lucía.

Leerer Mikrofonhocker vor einem Comedy-Publikum
5persönliche Favorit:innen
13konkrete KGW-Termine
0bezahlte Platzierungen
100 %subjektive Auswahl

Vorweg

Das hier ist keine Bestenliste.

Comedy ist Geschmackssache – zum Glück. Unsere Auswahl folgt keinem Ranking, keinem Algorithmus und keiner bezahlten Kooperation. Sie folgt dem ziemlich einfachen Gefühl: Bei diesen fünf wollen wir wissen, was als Nächstes kommt.

Manche verlinkten Veranstaltungen führen zu externen Ticketanbietern. Wenn über solche Links gebucht wird, können wir eine Provision erhalten. Wer hier auftaucht, entscheidet aber ausschließlich unsere Redaktion.

Fünf Favorit:innen

Fünf Handschriften, die sich nicht verwechseln lassen.

Uns überzeugt nicht ein bestimmter Comedy-Stil. Uns überzeugt, wenn jemand einen eigenen Blick hat und ihn live auf die Bühne bekommt.

Präzise, politisch, wunderbar trocken

Till Reiners

Bei Till Reiners mögen wir diese besondere Mischung aus klarem politischen Blick und der Bereitschaft, die eigene Position gleich mit auseinanderzunehmen. Seine Pointen wirken selten wie ein aufgestelltes Schild mit der Aufschrift „Jetzt lachen“. Sie kommen eher beiläufig um die Ecke – und sitzen dann umso genauer.

Das ist alles Teil der Show klingt dafür fast wie ein Arbeitsprinzip: Beobachtung, Stand-up und Gegenwartsdiagnose greifen ineinander, ohne dass der Abend zur Vorlesung wird.

Moritz Neumeier zum Programm Einer von den Guten
Moritz Neumeier · Foto: Daniel Dittus

Unbequem, schnell, radikal ehrlich

Moritz Neumeier

Moritz Neumeier ist besonders gut darin, dort weiterzureden, wo es für andere schon unangenehm wird. Über Privilegien, Familie, Politik oder das eigene Scheitern spricht er nicht aus sicherer Entfernung. Er stellt sich mitten hinein – laut, persönlich und mit schwarzem Humor.

Dass er daneben eine Stunde Stand-up improvisiert, passt erstaunlich gut: Haltung und Spontaneität sind bei ihm keine Gegensätze.

Torsten Sträter zum Programm Die Zyklopen von Saint-Tropez
Torsten Sträter · Foto: Melanie Grande

Geschichten, Timing und herrliche Umwege

Torsten Sträter

Torsten Sträter kann einen Gedanken so lange spazieren führen, bis man vergessen hat, wo er angefangen hat – und genau im richtigen Moment bringt er ihn zurück. Wir mögen seine Ruhe, seine Sprache und dieses Timing, das keine Hektik braucht.

Die Zyklopen von Saint-Tropez ist schon als Titel eine kleine Sträter-Erzählung: präzise gebaut, leicht absurd und offen für einen Umweg, der am Ende die eigentliche Hauptstraße war.

Erzähler, Philosoph, kontrolliertes Chaos

Nikita Miller

Nikita Miller erzählt Comedy, statt sie nur aneinanderzureihen. Herkunft, Identität, Familie und die großen Fragen des Lebens werden bei ihm zu Geschichten mit Figuren, Bewegung und Haltung. Dass dabei Philosophie und Alltag kollidieren, macht den Reiz aus.

Natural Born Miller fragt nach freiem Willen, Glauben, Prägung und der merkwürdigen Idee, ein Mensch könne sich selbst vollständig verstehen. Das klingt schwerer, als es sich auf der Bühne anfühlt – und genau das ist die Kunst.

Tourmotiv zu Nikita Millers Programm Natural Born Miller
Tourmotiv: Natural Born Miller · Quelle: Reservix

Scharfsinnig, selbstironisch, herrlich lost

Ana Lucía

Ana Lucía stellt Fragen über ihre Generation, ihre peruanisch-deutsche Perspektive und den Zustand der Gegenwart – und lässt die eigene Verwirrung nicht aus. Wir mögen, dass ihre Pointen politisches Gespür haben, ohne sich hinter einer fertigen Welterklärung zu verstecken.

Mit ihrem ersten Soloprogramm Gewinner macht sie sich Sorgen über Feminismus, Deutschland, Bildschirmzeit, Zukunft und die Frage, ob hier überhaupt noch jemand gewinnen kann. Klingt vertraut? Eben.

Offizielle Termine von Ana Lucía

Was sie verbindet

Eine eigene Stimme schlägt jede Schublade.

Der gemeinsame Nenner ist nicht Lautstärke, Thema oder Generation. Es ist die erkennbare Handschrift. Nach wenigen Sätzen weiß man, wer da spricht – und warum genau diese Person den Gedanken so formuliert.

Unsere Favorit:innen dürfen widersprüchlich sein, Umwege nehmen und auch einmal riskieren, dass nicht jede Pointe allen gefällt. Gerade darin liegt für uns die Unabhängigkeit guter Comedy.

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