Drama | Regie: Gerhard Lamprecht | 85 Minuten | FSK 6
Auch beim dritten Film der Reihe handelt es sich um eine sehr frühe Produktion der in der Sowjetischen Besatzungszone rasch nach Kriegsende gegründeten DEFA, später die dominierende Filmgesellschaft der DDR. Bereits am 18. Dezember 1946 wurde der unter der Regie von Gerhard Lamprecht (1897–1974) entstandene Streifen in Berlin uraufgeführt. Er unterscheidet sich von den bisher betrachteten Filmen in einem wichtigen Punkt: Im Mittelpunkt der Handlung stehen Kinder. Der Film greift somit einen wesentlichen Aspekt der allerersten Nachkriegszeit auf, nämlich das Aufwachsen in der vom Krieg hinterlassenen Trümmerlandschaft. Und zwar einer materiellen und einer seelischen Trümmerlandschaft: Die zerstörte Stadt als »Spielplatz« mit ungeahnten, zum Teil aber auch lebensgefährlichen Möglichkeiten einerseits, die entwurzelten, vielfach traumatisierten erwachsenen Bezugspersonen andererseits. Das schauspielerische Personal ist bemerkenswert: In den Erwachsenenrollen sind überwiegend Filmroutiniers wie Hans Leibelt (1885–1974) oder Paul Bildt (1885–1957) zu sehen, die unmittelbar zuvor noch vielbeschäftigte Darsteller in UFA-Produktionen unter der Ägide von NS-Propagandaminister Goebbels waren. Dazu kam in einer der weiblichen Hauptrollen Lotte Loebinger (1905–1999), die zwar auch schon einige Filmerfahrung hatte (u. a. in Fritz Langs berühmten Kriminalstreifen »M« von 1931), die aber gerade erst aus der Emigration in der Sowjetunion zurückgekehrt war. Loebinger hatte 1933 aus Deutschland fliehen müssen, da sie als »Halbjüdin« im Sinne der NS-Rassenideologie und zudem überzeugte Kommunistin allzu gut ins Feindbild der NS-Diktatur passte. Die eigentliche Hauptrolle des Jungen Gustav spielte der damals erst 11-jährige Charles Knetschke. Später wurde der heute fast 92-Jährige unter dem Künstlernamen Charles Brauer einer der bekanntesten deutschen Film- und Fernsehstars überhaupt.
»Vom Propaganda- zum Aufklärungsinstrument? Trümmerfilme in Deutschland 1946«
Wir zeigen – 80 Jahre danach – Filme, die 1946 in die deutschen Kinos kamen oder produziert wurden. Allen Vorführungen geht eine (film-)historische Einführung voraus, im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch über das Gesehene.
Der Film greift einen wesentlichen Aspekt der allerersten Nachkriegszeit auf: das Aufwachsen von Kindern in der vom Krieg hinterlassenen Trümmerlandschaft.
von Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus Vorträge & Gespräche Eintritt frei
Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus
Bismarckstraße 90 40210
Düsseldorf,
Nordrhein-Westfalen,
Germany
07/Sep/2026 18:00 - 07/Sep/2026 20:00
Der Film greift einen wesentlichen Aspekt der allerersten Nachkriegszeit auf: das Aufwachsen von Kindern in der vom Krieg hinterlassenen Trümmerlandschaft.
von Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus Vorträge & Gespräche Eintritt frei
Drama | Regie: Gerhard Lamprecht | 85 Minuten | FSK 6
Auch beim dritten Film der Reihe handelt es sich um eine sehr frühe Produktion der in der Sowjetischen Besatzungszone rasch nach Kriegsende gegründeten DEFA, später die dominierende Filmgesellschaft der DDR. Bereits am 18. Dezember 1946 wurde der unter der Regie von Gerhard Lamprecht (1897–1974) entstandene Streifen in Berlin uraufgeführt. Er unterscheidet sich von den bisher betrachteten Filmen in einem wichtigen Punkt: Im Mittelpunkt der Handlung stehen Kinder. Der Film greift somit einen wesentlichen Aspekt der allerersten Nachkriegszeit auf, nämlich das Aufwachsen in der vom Krieg hinterlassenen Trümmerlandschaft. Und zwar einer materiellen und einer seelischen Trümmerlandschaft: Die zerstörte Stadt als »Spielplatz« mit ungeahnten, zum Teil aber auch lebensgefährlichen Möglichkeiten einerseits, die entwurzelten, vielfach traumatisierten erwachsenen Bezugspersonen andererseits. Das schauspielerische Personal ist bemerkenswert: In den Erwachsenenrollen sind überwiegend Filmroutiniers wie Hans Leibelt (1885–1974) oder Paul Bildt (1885–1957) zu sehen, die unmittelbar zuvor noch vielbeschäftigte Darsteller in UFA-Produktionen unter der Ägide von NS-Propagandaminister Goebbels waren. Dazu kam in einer der weiblichen Hauptrollen Lotte Loebinger (1905–1999), die zwar auch schon einige Filmerfahrung hatte (u. a. in Fritz Langs berühmten Kriminalstreifen »M« von 1931), die aber gerade erst aus der Emigration in der Sowjetunion zurückgekehrt war. Loebinger hatte 1933 aus Deutschland fliehen müssen, da sie als »Halbjüdin« im Sinne der NS-Rassenideologie und zudem überzeugte Kommunistin allzu gut ins Feindbild der NS-Diktatur passte. Die eigentliche Hauptrolle des Jungen Gustav spielte der damals erst 11-jährige Charles Knetschke. Später wurde der heute fast 92-Jährige unter dem Künstlernamen Charles Brauer einer der bekanntesten deutschen Film- und Fernsehstars überhaupt.
»Vom Propaganda- zum Aufklärungsinstrument? Trümmerfilme in Deutschland 1946«
Wir zeigen – 80 Jahre danach – Filme, die 1946 in die deutschen Kinos kamen oder produziert wurden. Allen Vorführungen geht eine (film-)historische Einführung voraus, im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch über das Gesehene.
Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus
Bismarckstraße 90 40210
Düsseldorf,
Nordrhein-Westfalen,
Germany
07/Sep/2026 18:00 - 07/Sep/2026 20:00