In der Reihe Fremder Planet spricht die Philosophin Juliane Rebentisch über den Begriff des Erhabenen. In der philosophischen Ästhetik steht der Begriff des Erhabenen für etwas überwältigend Mächtiges oder unermesslich Großes.
Mit Blick auf die Umweltkrisen der letzten Zeit scheint sich der Begriff des Erhabenen zunächst in zweierlei Hinsichten zur Aktualisierung zu empfehlen. Diese zwei Hinsichten entsprechen den zwei Seiten des Erhabenen bei Kant: dem Dynamisch-Erhabenen einerseits, dem Mathematisch-Erhabenen andererseits. Angesichts der unkontrollierbaren Gewalt der Extremwetterereignisse, von denen unsere Gegenwart immer häufiger erschüttert wird, scheint sich erstens die Assoziation des Erhabenen mit einer maßlosen Macht nahezulegen, wie sie das Dynamisch-Erhabene charakterisiert. Angesichts des Umstands, dass im Anthropozän Umwelten in ihrer das menschliche Fassungsvermögen tendenziell übersteigenden räumlichen und zeitlichen Ausdehnung thematisch werden, stellt sich zweitens die für das Mathematisch-Erhabene charakteristische Assoziation einer unermesslichen Größe ein. Man könnte sogar meinen, dass sich das Erhabene in einem „Hyperobjekt“ (Timothy Morton) wie der Erderwärmung potenziert, weil es die Eigenschaften des Mathematisch- und des Dynamisch-Erhabenen in sich vereint. Gleichzeitig jedoch untergräbt ein solches „Objekt” zentrale Bausteine einer Theorie des Erhabenen. Die Krise des Erhabenen macht sich unter anderem dadurch bemerkbar, dass in seiner Ästhetik immer deutlicher ein benachbartes ästhetisches Phänomen insistiert: das Unheimliche.
Di 09.06.2026, 19:30
Sprache:Deutsch
Preis:Eintritt frei
Mehr Info: https://www.fft-duesseldorf.de/spielplan/die-krise-des-erhabenen
Vortrag + Gespräch von Juliane Rebentisch
von FFT Düsseldorf Vorträge & Gespräche Eintritt frei
FFT Düsseldorf
Konrad-Adenauer-Platz 1 40210
Düsseldorf,
Nordrhein-Westfalen,
Germany
09/Jun/2026 19:30
Vortrag + Gespräch von Juliane Rebentisch
von FFT Düsseldorf Vorträge & Gespräche Eintritt frei
In der Reihe Fremder Planet spricht die Philosophin Juliane Rebentisch über den Begriff des Erhabenen. In der philosophischen Ästhetik steht der Begriff des Erhabenen für etwas überwältigend Mächtiges oder unermesslich Großes.
Mit Blick auf die Umweltkrisen der letzten Zeit scheint sich der Begriff des Erhabenen zunächst in zweierlei Hinsichten zur Aktualisierung zu empfehlen. Diese zwei Hinsichten entsprechen den zwei Seiten des Erhabenen bei Kant: dem Dynamisch-Erhabenen einerseits, dem Mathematisch-Erhabenen andererseits. Angesichts der unkontrollierbaren Gewalt der Extremwetterereignisse, von denen unsere Gegenwart immer häufiger erschüttert wird, scheint sich erstens die Assoziation des Erhabenen mit einer maßlosen Macht nahezulegen, wie sie das Dynamisch-Erhabene charakterisiert. Angesichts des Umstands, dass im Anthropozän Umwelten in ihrer das menschliche Fassungsvermögen tendenziell übersteigenden räumlichen und zeitlichen Ausdehnung thematisch werden, stellt sich zweitens die für das Mathematisch-Erhabene charakteristische Assoziation einer unermesslichen Größe ein. Man könnte sogar meinen, dass sich das Erhabene in einem „Hyperobjekt“ (Timothy Morton) wie der Erderwärmung potenziert, weil es die Eigenschaften des Mathematisch- und des Dynamisch-Erhabenen in sich vereint. Gleichzeitig jedoch untergräbt ein solches „Objekt” zentrale Bausteine einer Theorie des Erhabenen. Die Krise des Erhabenen macht sich unter anderem dadurch bemerkbar, dass in seiner Ästhetik immer deutlicher ein benachbartes ästhetisches Phänomen insistiert: das Unheimliche.
Di 09.06.2026, 19:30
Sprache:Deutsch
Preis:Eintritt frei
Mehr Info: https://www.fft-duesseldorf.de/spielplan/die-krise-des-erhabenen
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Nordrhein-Westfalen,
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09/Jun/2026 19:30